09/04/2025
Nimms mit Humor
Ob Bild oder Tagesschau, übertrieben berichten,
der Bodensee schreibt weiter seine Geschichten.
Die Schwäne tun, als wär nichts gescheh’n,
nur wir Menschen – wir müssen das versteh’n.
"Oh Schreck, oh Schreck, das Wasser ist weg!"
Doch drüben die Fähre – sie tuckert wie eh,
zieht ruhig ihre Bahn durch den welligen See.
Nicht überall sinkt das Wasser so sehr,
manch Stelle bleibt tief, manch Boden bleibt leer.
Die einen sehen nur Schlamm und Stein,
doch andernorts kann's noch spiegelnd sein.
So zeigt uns der Bodensee Stück für Stück:
Er bleibt in Bewegung – doch kehrt stets zurück.
Der See ist lebendig, bewegt sich im Spiel,
mal flach, mal tief – ganz nach seinem Stil.
Wer ihn versteht, der sieht schon jetzt klar:
Nicht überall gleich – doch wunderbar!
Der Boden liegt trocken, ganz still und kahl,
kein Plätschern, kein Glitzern im Sonnenstrahl.
Doch keine Panik, bleibt ruhig, ihr Leute,
es kehrt zurück – ganz sicher, schon bald.
Der See atmet nur, nimmt Anlauf mit Kraft,
bald füllt er sich wieder – Natur, die es schafft!
Es stinkt – frische Luft? Wie kann das sein?
Ein Hauch von Seegras, von Schlamm und Gestein.
Doch wer genau hinsieht, der weiß sogleich:
So riecht Natur – lebendig und reich.
Die Presse ruft: „Der See ist leer!“
Die Angst wird laut, es brodelt sehr.
„Er trocknet aus!“, so heißt es schnell –
die Stimmung schwankt, mal hart, mal hell.
Von einem Spott, von andern Lob,
die einen klatschen, andre toben.
Doch wer den Rhythmus der Erde kennt,
weiß: Wasser geht – und Wasser rennt.
Durch Berge und Täler, im Sonnenschein,
strömt Schmelzwasser glitzernd in Rinnen hinein.
Wo gestern noch Stille, da plätschert es sacht,
der See ist erwacht in österlicher Pracht.
Ein Zeichen der Hoffnung, des ewigen Kreis’,
die Auferstehung – nicht nur im Geist.
Foto: Anne May Text: ReGü