12/08/2026
Vor Jahrhunderten wurden hier im Bopparder Hamm die ersten Weinberge angelegt – Trockensteinmauern, aufgeschichtet Stein für Stein, oft einen ganzen Winter lang. Die Faustregel damals: Für 50 Weinstöcke lohnt sich eine Mauer. 50 Stöcke, das sind vielleicht 100 Flaschen Wein im Jahr. Trotzdem haben sie die Arbeit auf sich genommen – für die nächste Generation, für ein Auskommen, das erst ihre Kinder oder Enkel wirklich nutzen würden.
So ist quasi jede Winzerfamilie hier einen stillen Generationenvertrag eingegangen.
Bis zum Zweiten Weltkrieg gab’s in Boppard über 90 Winzer – meist Handwerker mit ein paar Stock für den eigenen Haustrunk. Die Flurbereinigung Mitte/Ende der 60er hat dafür gesorgt, dass der Bopparder Hamm überhaupt bis heute bewirtschaftbar blieb: größere Einheiten, Wege für Fahrzeuge, statt reiner Handarbeit mit allem zu Fuß den Steilhang hoch.
Heute bewirtschaften nur noch wenige Betriebe den Hamm – und nicht alle finden einen Nachfolger. Eine Entwicklung, die die ganze Landwirtschaft in Deutschland betrifft.
Und trotzdem: Wenn man hier oben steht und über die Steillage blickt – einer der schönsten Arbeitsplätze Deutschlands, oder?
đź”— lorenz-weine.de
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