24/11/2022
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Georgshöhe 2
Thale
06502
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Familie Baron Freiherr von dem Bussche- Streithorst, Rittergutsbesitzer in Thale, ließ durch die Blankenburger Baufirma „Schädel und Hübner“ im Jahre 1912 das Forsthaus in seinen Waldungen erbauen. Vorausgegangen war ein langer Streit mit den Bauämtern. Das preußische Landrecht erlaubte keine Bautätigkeit im Außenbereich. Es gelang ihm dennoch eine Baugenehmigung zu erwirken. Das Forsthaus diente ausschließlich für Wohnzwecke der beim Baron angestellten Förster. Einige der noch bekannten Förster war um 1909 Förster Raspe. Ende der 1920er Jahre bis etwa 1934 war es Otto Hanske. Hanske, obwohl beim Baron angestellt, wurde der Wilderei und des Holzdiebstahls bezichtigt. Um 1935 bis zum Ausbruch des Krieges war Förster Kiehne mit seiner Familie und 3 Kindern hier ansässig. Kiehne wurde vom Baron angestellt, um der umsichgreifenden Wilderei Einhalt zu gebieten. Bekannt ist, dass er einen Wilderer aus Magdeburg durch einen Lungenschuss verletzte. Dieser konnte am Bahnhof Thale festgenommen werden. In der Zeit bis zum 2. Weltkrieg entstanden mehrere Gebäude zur Unterbringung der Pferde und Geräte. Auch eine 50 Meter Schießbahn für die Jäger war vorhanden. Das alte Teehaus musste nach dem Krieg abgerissen werden, weil der letzte Förster dort Waffen versteckt hatte. Nach dem Krieg diente die Försterei einige Zeit als Flüchtlingsunterkunft. Die Familie v.d. Bussche flüchtete 1945 in die amerikanisch besetzte Zone. Das Haus ging in Volkseigentum über und gehörte somit der Stadt Thale. In der folgenden Zeit wurde das Haus bis in die 70er Jahre als Wohnung für die staatlich angestellten Förster genutzt. Unter anderem Förster Willi Wegener und Förster Jerxen. Nachdem das Forstamt wieder nach Thale verlegt wurde und leer stand, nutzten es die Jäger Hans Müller, FdGB Vorsitzender Kreis Quedlinburg. Leiter, Betriebsdirektor vom Saatgutbetrieb und Polizeichef Weiß aus Quedlinburg, als Jagdhaus. Die Miete betrug 25 Mark.
In der Zeit der Wende 1989 mussten alle Funktionäre das Forsthaus räumen. Dadurch verfiel das Haus zusehens, infolge der ständigen Einbrüche. 1991, nach langen Verhandlungen, erwarb Familie Hans-Jürgen Kaiser das Grundstück. Das Haupthaus wurde saniert und 3 Ferienzimmer hergerichtet. Das Erdgeschoß diente als Wohnung. 1994 wurden die Stallungen umgebaut. Die 6 Ferienwohnungen konnten Ostern 1995 vermietet werden.
1998 wurde die Wasserleitung an das öffentliche Netz, mit eigenen Mitteln, angeschlossen. Die Länge der Leitung ist 3km, die Bodenverhältnisse schwierig. Damit war die komplizierte Brunnenversorgung Vergangenheit.