13/06/2026
Gestern zeigte Südtirol noch seine wilde Seite. Nach den starken Niederschlägen der vergangenen Tage waren Bäche und Flüsse deutlich angeschwollen. Zahlreiche Feuerwehren standen wegen Erdrutschen, Murenabgängen, Steinschlägen und kleinräumigen Überflutungen im Einsatz. Besonders die Mitte und der Osten des Landes waren betroffen, wo innerhalb von 48 Stunden verbreitet zwischen 60 und 100 Liter Regen pro Quadratmeter fielen. Den Höchstwert meldete Villnöß mit 147 Litern.
Am Abend zog die letzte Niederschlagsfront nach Osten ab. Vom Plattenhof aus bot sich plötzlich ein anderes Bild: Über den dunklen, noch feuchten Wäldern schwebten letzte Nebelfetzen, während die schneebedeckten Gipfel von Weißhorn und Schwarzhorn im warmen Abendlicht aufleuchteten.
Der Kontrast war beeindruckend: gestern noch Unwetter und aufgewühlte Flüsse, heute wieder Stille und klare Fernsicht. Die Berge standen unbewegt über den Wolken, als wäre nichts geschehen.
Ab morgen beginnt eine längere sonnige und überwiegend trockene Wetterphase. Nach der kurzen Abkühlung kehrt der Sommer zurück, und spätestens zum Wochenende sind im Etschtal wieder Temperaturen um die 30 Grad möglich.